Sein Leben persönlich leben

Ein gutes, er­füll­tes Leben füh­ren. Das ist gar nicht so ein­fach.

Ein­ge­bun­den in ver­schie­de­ne Le­bens­wel­ten, wie Fa­mi­lie, Ar­beits­welt und So­zi­al­le­ben sind wir Ge­stal­ter:innen un­se­res Le­bens. Es er­füllt uns, wenn wir im Leben un­se­re Ein­zig­ar­tig­keit ent­fal­ten kön­nen, die Ver­ant­wor­tung für un­se­re ei­ge­nen Ent­schei­dun­gen über­neh­men, einen Sinn im Leben ent­de­cken und zu etwas Grös­se­rem bei­tra­gen dür­fen. Aber nicht immer pas­sen Mög­lich­kei­ten und An­for­de­run­gen der ak­tu­el­len Le­bens­si­tua­ti­on zu per­sön­li­chen Be­dürf­nis­sen, ei­ge­nen Fä­hig­kei­ten und Nei­gun­gen und dem, was uns an­zieht.

Es lohnt sich, re­gel­mäs­sig in­ne­zu­hal­ten und sich mit der ak­tu­el­len Le­bens­si­tua­ti­on aus­ein­an­der­zu­set­zen.

Was heisst es, sein Leben per­sön­lich zu leben?

Das Leben ist stän­dig in Be­we­gung und wir ent­wi­ckeln uns mit ihm. Die Exis­tenz­ana­ly­se stellt uns vier Grund­t­he­men zur Ver­fü­gung, mit denen sich der Mensch Zeit sei­nes Le­bens be­schäf­ti­gen soll­te (A. Län­g­le & D. Bürgi, Exis­ten­zi­el­les Coa­ching):


  • Die Welt mit ihren Mög­lich­kei­ten und Be­gren­zun­gen: Wie sehen meine ak­tu­el­le Um­welt und Re­a­li­tät aus? Kann ich mich ein­fü­gen, mich gleich­zei­tig ab­gren­zen, Dinge än­dern und mich be­haup­ten?


  • Das ei­ge­ne Leben: Mag ich mein Leben? Gibt es in mei­nem Leben genug Wert­vol­les?


  • Die ei­ge­ne Per­son: Darf ich in Be­zie­hun­gen mich selbst sein? Kann ich zu dem ste­hen, was ich tue?


  • Die Zu­kunft: Was gibt mei­nem Leben Sinn? Was möch­te ich zu einem hö­he­ren Sinn und Zweck bei­tra­gen?


Wenn wir in­ner­lich JA sagen kön­nen zur per­sön­li­chen Art und Weise, wie wir die kom­men­de Le­ben­s­pha­se ent­lang der vier Grund­t­he­men ge­stal­ten, ent­steht das so­ge­nann­te «freie Wol­len». Diese in­ne­re Stim­mig­keit mo­bi­li­siert Ener­gie und ist die Kraft­quel­le, um ein für sich sin­n­er­füll­tes, in Frei­heit und Ver­ant­wor­tung ge­leb­tes Leben zu ge­stal­ten.

Wie kom­men wir zu Kla­r­heit, was wir wirk­lich wol­len?

Es be­ginnt erst­mal damit, un­se­re ak­tu­el­le Le­bens­si­tua­ti­on zu be­trach­ten und wahr­zu­neh­men, wel­che Re­so­nanz in uns ent­steht. «Wie geht es mir damit? Was be­wegt mich? Was fühlt sich stim­mig an, was nicht?»

Da­nach ist un­se­re per­sön­li­che Stel­lung­nah­me ge­fragt. «Was halte ich von mei­nen Wahr­neh­mun­gen? Was halte ich im tiefs­ten In­nern davon? Was ist für mich we­sent­lich? Was will ich wirk­lich, was nicht?»

Schliess­lich geht es darum, un­se­re Ab­sich­ten zu schär­fen und in Hand­lun­gen zu über­set­zen. «Was will ich jetzt un­ter­neh­men? Was sind mög­li­che Aus­wir­kun­gen? Kann ich das ver­ant­wor­ten? Wie gehe ich mit mög­li­chen Hin­der­nis­sen um? Wer kann mich dabei un­ter­stüt­zen?»

Wel­ches das For­mat ist, dies zu tun, gilt es mit Be­dacht aus­zu­wäh­len. Braucht es klei­ne In­seln im All­tag oder eine klei­ne oder gar grös­se­re Aus­zeit? Braucht es An­lei­tung und Un­ter­stüt­zung oder geht es auch gut, mit sich selbst Ein­kehr zu hal­ten?

Für uns selbst waren Re­tre­ats immer eine pas­sen­de Form. Des­halb haben wir die Kom­pass Re­tre­ats ge­schaf­fen und freu­en uns, wenn auch an­de­re von die­ser Form nutz­nies­sen kön­nen.

Beitrag von René Frey
Am 27.09.2023

Unser nächster Retreat:

Den inneren Kompass richten I22. – 24. Mai 2024Hier anmelden