Unser Blog

Unser Grundlagenmodell der Selbstführung

11.03.2024

...und warum wir als Or­ga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­ler:innen Selbst­füh­rungs­kom­pe­ten­zen für un­ab­ding­bar hal­ten. In die­sem Blog­bei­trag stel­len wir Anita Grafs «Mo­dell der Selbst­ma­na­ge­ment­kom­pe­tenz» vor. Wir fin­den die­ses des­halb so gut und nütz­lich, weil es ohne un­zu­läs­si­ge Ver­ein­fa­chun­gen aus­kommt und trotz­dem sehr hand­hab­bar ist. Es spie­gelt ein in­te­gra­ti­ves und psy­cho­lo­gisch fun­dier­tes Ver­ständ­nis von Selbst­füh­rung wider und er­mög­licht uns bei Kom­pass Re­tre­ats, all un­se­re Zu­gän­ge und Me­tho­den der Selbst­füh­rung ebe­nen­ge­recht ein­zu­ord­nen und zu be­schrei­ben. Als Selbst­füh­rung de­fi­nie­ren wir mit Graf die selbst­ver­ant­wort­li­che Steu­e­rung und Ge­stal­tung des ei­ge­nen Le­bens, so dass die ei­ge­ne Leis­tungs­fä­hig­keit und Leis­tungs­be­reit­schaft, das ei­ge­ne Wohl­be­fin­den und die Ba­lan­ce ge­stärkt und lang­fris­tig er­hal­ten wer­den. Unter Selbst­steu­e­rung ver­steht man die ge­ziel­te Ak­ti­vie­rung und Len­kung von Selbst­kon­trol­le und Selbst­re­gu­la­ti­on. Selbst­kon­trol­le be­schreibt die Fä­hig­keit, das ei­ge­ne Ver­hal­ten so zu kon­trol­lie­ren, dass man tun kann, was man sich vor­ge­nom­men hat, auch bei Ab­len­kun­gen oder An­stren­gung. Sie ist be­son­ders wich­tig, um lang­fris­ti­ge Ab­sich­ten und Ziele ver­fol­gen zu kön­nen. Und Selbst­re­gu­la­ti­on schliess­lich um­fasst die be­wuss­te Steu­e­rung und Ab­stim­mung in­ne­rer An­tei­le (Emo­ti­o­nen, Ko­gni­ti­o­nen, Hand­lungs­im­pul­se) zu­guns­ten eines si­tua­tiv pas­sen­den Ver­hal­tens. Selbst­füh­rungs­kom­pe­tenz lässt sich dabei auf drei Ebe­nen ver­or­ten: I   Selbst­ver­ant­wor­tung , als Ebene der Werte und Hal­tun­gen II  Selbs­t­er­kennt­nis als Ebene der Re­fle­xi­on und III Selbst­ent­wick­lung als Ebene der Hand­lung Selbst­ver­ant­wor­tungs­kom­pe­tenz be­deu­tet «…dass Men­schen be­wusst ist, in wel­che Rich­tung sie im Leben gehen wol­len, so­dass Sinn ent­steht. Sie haben für sich ein per­sön­li­ches Leit­bild de­fi­niert und ge­stal­ten ihr Leben so, dass die we­sent­li­chen Dinge ge­nü­gend Raum und Pri­o­ri­tät er­hal­ten. Sie sind sich ihrer Gren­zen be­wusst und kön­nen diese re­spek­tie­ren, ver­tre­ten und durch­set­zen. Sie wis­sen, wann ein Nein zu an­de­ren ein Ja zu sich selbst ist. Sie kom­mu­ni­zie­ren ihre An­lie­gen und sind be­reit, Dinge oder Per­so­nen, die ihnen nicht gut­tun, los­zu­las­sen und nicht der Ver­gan­gen­heit ver­haf­tet zu blei­ben. Sie sind in der Lage, die dafür not­wen­di­gen Ent­schei­de zu tref­fen und durch­zu­ste­hen.“ (Graf, S.62). Me­tho­den: An­ge­lei­te­te Re­tre­ats, Vi­si­on QuestsPsy­cho­the­ra­pie, Coa­chingIn­di­vi­du­el­le Aus­zei­ten, per­sön­li­che Ein­kehr Selbs­t­er­kennt­nis­kom­pe­tenz be­deu­tet „...dass Men­schen über die Fä­hig­keit und die Be­reit­schaft ver­fü­gen, neue Er­kennt­nis­se und Ein­sich­ten über sich selbst zu ge­win­nen. Sie nut­zen ver­schie­de­ne Quel­len zur Ge­win­nung von Selbs­t­er­kennt­nis und sind be­fä­higt, ei­ge­ne Ge­dan­ken, Emo­ti­o­nen und Ver­hal­tens­wei­sen zu re­flek­tie­ren. Sie er­ken­nen ihre Be­dürf­nis­se, Mo­ti­va­ti­ons­an­rei­ze und Werte und sind sich ihrer Kom­pe­ten­zen und Po­ten­zi­a­le be­wusst. Sie be­trach­ten Si­gna­le ihres Kör­pers als wich­ti­ge In­for­ma­ti­ons­quel­le für das ei­ge­ne Wohl­be­fin­den.“ (Graf, S.63) Me­tho­den: Re­so­nanz und Feed­back in Lern­zir­keln, Su­per­vi­si­on, peer to peersSelbs­t­er­kun­dung: U-Jour­na­ling, Wheel of Live, Iki­gai, Stär­ken-ACs, BIP, The Work u.v.a.Ta­ge­buch­me­tho­deMe­di­ta­ti­on, Kör­per­a­r­beit, Na­tur­di­a­log Selbst­ent­wick­lungs­kom­pe­tenz be­deu­tet „...dass Men­schen die Fä­hig­keit und die Be­reit­schaft be­sit­zen, zu ler­nen, zu wach­sen und sich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Sie haben le­bens­lan­ges Ler­nen als Prin­zip ver­in­ner­licht. Sie sind in der Lage, Be­dürf­nis­se und per­sön­li­che Ent­wick­lungs­zie­le in Hand­lun­gen zu über­füh­ren und so das Leben in die Rich­tung zu steu­ern, die dem ent­spricht, was sie er­rei­chen möch­ten. Sie kön­nen sich von Zie­len und Ansprü­chen lösen, die un­er­reich­bar ge­wor­den sind, und sie be­sit­zen Fle­xi­bi­li­tät in Bezug auf ihre Le­bens­ge­stal­tung.“ (Graf, S.64) Me­tho­den: Ar­beits­tech­nik, Zeit­ma­na­ge­ment, Pri­o­ri­sie­run­genTools, wie Kan­ban, Get­ting things done, di­gi­tal Clea­ning u.a.Ri­tu­a­leKon­ti­nu­ier­li­che Pra­xis der Selbst­steu­e­rung (At­mung, Kör­per, Me­di­ta­ti­on, etc.) Woran wird gute Selbst­füh­rung ge­mes­sen? Wel­che Wir­kung soll­te gute Selbst­füh­rung haben? Anita Graf ord­net die Kri­te­ri­en in vier Wir­kungs­be­rei­che: Leis­tungs­fä­hig­keit : Kom­pe­ten­z­ent­wick­lung, Ar­beits­markt­fä­hig­keit, Ge­sund­heitLeis­tungs­be­reit­schaft : Iden­ti­fi­ka­ti­on, En­ga­ge­ment, Kre­a­ti­vi­tätWohl­be­fin­den : Po­si­ti­ves Grund­ge­fühl, En­ga­ge­ment, Flo­wer­le­ben, ge­lin­gen­de Be­zie­hun­gen, Sin­ner­le­ben, Ziel­er­rei­chung, Er­folgBa­lan­ce : Ba­lan­ce kör­per­li­cher Be­dürf­nis­se: Er­näh­rung, Schlaf, Be­we­gung, in­di­vi­du­el­ler Rhyth­mus (Ak­ti­vie­rung/ Ent­span­nung), Emo­ti­ons­ma­na­ge­ment, Aus­ge­gli­chen­heit, geis­ti­ge Ba­lan­ce von Kon­zen­tra­ti­on und Los­las­sen, Life-Do­main-Ba­lan­ce im Sinne aus­ge­wo­ge­ner Pri­o­ri­sie­rung von Be­dürf­nis­sen in ver­schie­de­nen Le­bens­be­rei­chen Warum wir als Or­ga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­ler:innen so be­harr­lich auch an der in­di­vi­du­el­len Selbst­füh­rungs­kom­pe­tenz ar­bei­ten? Weil Men­schen in­di­vi­du­ell und kol­lek­tiv bes­se­re Ent­schei­dun­gen tref­fen, und weil es ihnen in der heu­ti­gen sub­jek­ti­vier­ten Ar­beits­welt bes­ser geht, wenn sie eine hohe Selbst­füh­rungs­kom­pe­tenz haben. Die heute in vie­len Ar­beits­kon­tex­ten vor­han­de­ne Au­to­no­mie ver­langt von uns die selbst­ver­ant­wort­li­che Be­gren­zung un­se­rer Ar­beits­leis­tung, die selbst­ver­ant­wort­li­che Er­hal­tung der Ar­beits­fä­hig­keit, eine selbst­ver­ant­wort­li­che Kar­rie­re­ent­wick­lung, Lern­be­reit­schaft, ge­konn­te Selbst­ver­mark­tung. Die Fle­xi­bi­li­täts­an­for­de­run­gen sind hoch: zeit­lich, ört­lich, in­halt­lich, so­zi­al. Die Re­gu­la­ti­on im Um­gang mit In­for­ma­ti­on (Zu­gäng­lich­keit, Menge, Viel­falt, Un­ter­bre­chun­gen) will ge­meis­tert sein. Wir sind ge­for­dert in der Ba­lan­ce un­se­rer Le­bens­be­rei­che (Ver­ein­bar­keit, ver­wi­schen­de Gren­zen).Ver­schie­de­ne fu­ture skills Ta­xo­no­mi­en be­stä­ti­gen die Wich­tig­keit von Selbst­ver­ant­wor­tung und Selbst­füh­rung. An­ge­sichts mul­tipler An­for­de­run­gen ist in­ne­re Ori­en­tie­rung ge­fragt, und um diese zu er­lan­gen braucht es ei­ni­ges an in­ne­rer Ar­beit. In­ne­re Ar­beit heisst: Wir ver­ste­hen es als fort­lau­fen­de Pra­xis, an uns zu ar­bei­ten, uns zu ent­wi­ckeln und zu wach­sen. Wir über­neh­men die Ver­ant­wor­tung für unser Den­ken, Füh­len und Han­deln und ge­stal­ten unser Leben im Span­nungs­feld von Selbst- und Fremd­be­stim­mung. Wir wis­sen, was wir kön­nen, wol­len, brau­chen. Wir haben einen in­ne­ren Kom­pass und kön­nen uns selbst na­vi­gie­ren, auch in an­spruchs­vol­len oder gar re­strik­ti­ven Si­tua­ti­o­nen. Li­te­ra­tur für The­o­rie- und Kon­zep­t­in­ter­es­sier­te: Bauer, J. (2015). Selbst­steu­e­rung. Die Wie­der­ent­de­ckung des frei­en Wil­lens. Mün­chen: HeyneCiom­pi, L. (1997) Die emo­ti­o­na­len Grund­la­gen des Den­kens. Ent­wurf einer frak­talen Af­fekt­lo­gik. Van­den­hoeck & Ru­p­recht, Göt­tin­gen, 1997 oder: http://www.ciom­pi.com/de/af­fekt­lo­gik.htmlFink, F. & Mo­el­ler, M. (2018). Pur­po­se Dri­ven Or­ga­ni­za­ti­ons. Sinn – Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on – Agi­li­tät. Stutt­gart: Schaef­fer Poe­schel.Graf, A. (2019): Selbst­ma­na­ge­ment-Kom­pe­tenz in Or­ga­ni­sa­ti­o­nen stär­ken. Leis­tung, Wohl­be­fin­den und Ba­lan­ce als Her­aus­for­de­rung. Wies­ba­den: Sprin­ger Gab­ler.Marti, S. (2018). Her­aus­for­de­rung Selbst­füh­rung. Win­ter­thur: Selbst­ver­lagSe­li­ger, R. (2014). Po­si­ti­ve Lea­der­ship. Die Re­vo­lu­ti­on in der Füh­rung. Stutt­gart: Schaef­fer Poe­schel.Zbin­den, M. (2022): Mensch­lich­keit in der Füh­rung. Mit­a­r­bei­ten­de und Or­ga­ni­sa­ti­o­nen au­then­tisch und er­folg­reich füh­ren ...

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Die Kraft der Ambivalenz

05.02.2024

Kennst Du Si­tua­ti­o­nen wie diese? Du möch­test schon län­ger einen wich­ti­gen be­ruf­li­chen oder pri­va­ten Rich­tungs­ent­scheid fäl­len. Der Kopf be­vor­zugt klar eine Rich­tung. Trotz­dem bist Du nicht in der Lage, Dich zu ent­schei­den. Du fühlst Dich zwi­schen ver­schie­de­nen Op­ti­o­nen hin- und her­ge­ris­sen. Du drehst und wen­dest es, es passt nichts rich­tig. Nicht genug, nun mel­det sich auch noch die drän­gen­de in­ne­re Stim­me: «Ent­scheid dich doch end­lich!». Das ist sie, die be­rühmt-be­rüch­tig­te Am­bi­va­lenz. Wie wir Am­bi­va­len­zen als Weg­wei­ser zu klu­gen Ent­schei­dun­gen nut­zen kön­nen, davon han­delt die­ser Blog­bei­trag. Mit stei­gen­den Ansprü­chen an ein er­füll­tes Pri­vat- und Be­rufs­le­ben kom­men viele Men­schen in Ent­schei­dungs­si­tua­ti­o­nen, die in­ne­re Zer­ris­sen­heit, Druck oder Zwei­fel aus­lö­sen kön­nen. Die vie­len Wahl­mög­lich­kei­ten tun ihres dazu. Auf­grund des er­leb­ten Un­ver­mö­gens, sich klar für eine Op­ti­on ent­schei­den zu kön­nen, ge­sellt sich viel­fach Selbst­ab­wer­tung dazu. Am­bi­va­lenz als in­ne­rer Zu­stand einer Per­son be­schreibt die Gleich­zei­tig­keit des Ge­gen­sätz­li­chen zwi­schen Den­ken, Füh­len und Han­deln. Gun­ther Schmidt  spricht sogar von Mul­ti­va­len­zen: Je nach Si­tua­ti­on kön­nen ver­schie­de­ne Sei­ten in ein und dem­sel­ben Men­schen ak­ti­viert wer­den, die un­ter­schied­li­che Er­leb­nis­zu­stän­de her­vor­ru­fen. Schnel­le Ent­schei­dun­gen be­wah­ren zwar vor Span­nungs­zu­stän­den, füh­ren aber auch dazu, dass wir stim­mi­ge­re Op­ti­o­nen über­se­hen. Wie kön­nen wir Am­bi­va­lenz nut­zen? Es be­ginnt damit, die Gleich­zei­tig­keit von Ge­gen­sät­zen an­zu­er­ken­nen und zu ler­nen, Nicht-Wis­sen, ge­fühls­mäs­si­ge Ver­wir­rung und Hand­lungs-Blo­cka­den aus­zu­hal­ten. Am­bi­va­len­zen sind in un­se­rer kom­ple­xen Welt nor­mal und geben Hin­wei­se auf zen­tra­le gleich­zei­tig be­ste­hen­de, wi­der­sprüch­li­che Be­dürf­nis­se, wie z.B. das Be­dürf­nis nach Si­cher­heit vs. das Be­dürf­nis nach neuen Er­fah­run­gen: Kün­di­ge ich nun ins Blaue oder nicht? In sol­chen Mo­men­ten lohnt es sich, sich Zeit für eine ver­tief­te Aus­le­ge­ord­nung zu neh­men: Sich mit allen Ein­fluss­fak­to­ren zu be­schäf­ti­gen, die Viel­falt der Ge­dan­ken und Ge­füh­le wahr­zu­neh­men, mög­li­che Aus­wir­kun­gen von Ent­schei­dun­gen zu re­flek­tie­ren und zu er­spü­ren. Das kann auf un­ter­schied­li­che Weise an­ge­gan­gen wer­den: Eine künst­le­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zung kann hilf­reich sein, z.B. ein Bild malen oder eine Skulp­tur ge­stal­ten. Auch schrei­ben  ist eine gute Mög­lich­keit, seine Wahr­neh­mung zu er­wei­tern und zu ord­nen. Ge­sprä­che, bei denen die Ge­sprächs­part­ner:innen gut zu­hö­ren  und ihre ei­ge­ne Wahr­neh­mung zum Ge­hör­ten und zu Emo­ti­o­nen tei­len, kön­nen die ei­ge­ne Re­fle­xi­on ver­tie­fen. Jede Seite, die als in­ne­re Stim­me in uns spricht, soll­te genau an­ge­hört wer­den. Was für eine Ge­schich­te er­zählt uns die in­ne­re Stim­me jeder Seite über uns? Was er­fah­ren wir dabei über uns? In­ne­re Selbs­t­er­kun­dung ist an­ge­sagt und viel­leicht ge­lingt es sogar, diese in­ne­ren Stim­men mit­ein­an­der in Di­a­log zu brin­gen. Wich­tig ist, ei­ner­seits nichts zu über­stür­zen und an­de­rer­seits den Kern der ei­ge­nen Am­bi­va­lenz zu fin­den. Die in­ne­ren Be­we­gun­gen soll­ten wahr­ge­nom­men wer­den und ei­ge­nen Ab­sich­ten soll­ten rei­fen. Es ist ent­schei­dend, zu be­ob­ach­ten, wie sich Op­ti­o­nen und Am­bi­va­len­zen im Laufe der Zeit ent­wi­ckeln. Viel­leicht zeich­nen sich plötz­lich «so­wohl-als-auch»- oder «weder-noch»– Lö­sun­gen ab oder es ent­steht Mut oder Ge­las­sen­heit für einen nächs­ten Schritt, auch bei be­ste­hen­blei­ben­der Am­bi­va­lenz. Am­bi­va­lenz birgt eine be­son­de­re Kraft, wenn man ge­willt ist, sich mit ihr aus­ein­an­der­zu­set­zen und sich selbst ste­tig bes­ser ken­nen­zu­ler­nen. Es er­for­dert etwas Auf­merk­sam­keit und Zeit, und man wird reich be­schenkt. Wei­te­re Li­te­ra­tur, Vi­de­os: Ma­ri­na Barz und Wolf­gang Looss (2008): Die ver­bor­ge­nen Ju­we­len der Am­bi­va­lenz. Pro­fi­le 16/08. Gun­ther Schmidt (2013): Will ich jetzt am­bi­va­lent sein oder nicht ? Vor­trag vom 21.3.2013 in Ka­rls­ru­he prä­sen­tiert von der Ge­sell­schaft für sys­te­mi­sche Be­ra­tung ...

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«Journaling», ein Weg zu innerer Klarheit

14.11.2023

Um Men­schen und Or­ga­ni­sa­ti­o­nen mit Kla­r­heit, Ver­bun­den­heit und Kraft zu füh­ren, braucht es eine hohe Kom­pe­tenz, sich selbst zu füh­ren. Eine der Grund­la­gen dafür ist eine gute Selbst­wahr­neh­mung und die sys­te­ma­ti­sche Selbs­t­re­fle­xi­on: Wel­che Ge­dan­ken gehen mir durch den Kopf, was sind meine Emo­ti­o­nen, wel­ches sind meine Hand­lungs­im­pul­se, wel­ches meine Re­ak­ti­o­nen auf äus­se­re Ge­ge­ben­hei­ten? Es ist ein kon­ti­nu­ier­li­ches Sich-Selbst-Be­ob­ach­ten in sei­nem Den­ken, Füh­len und Han­deln. Es hilft, diese Re­fle­xi­on auch ins Aus­sen zu brin­gen, in Ge­sprä­chen oder im schrift­li­chen Aus­druck, zum Bei­spiel in Form eines so­ge­nann­ten Jour­na­lings.  Jour­na­ling ist mehr als ein ta­ge­buchar­ti­ges Nie­der­schrei­ben von Er­leb­tem. Es ist pri­mär Selbst­be­ob­ach­tung, Schrei­ben über die ei­ge­nen Ge­dan­ken, Ge­füh­le, Hand­lun­gen und Wün­sche. Dabei geht es nicht um schrift­stel­le­ri­sche Ansprü­che son­dern darum, sich mög­lichst au­then­tisch aus­zu­drü­cken und da­durch Kla­r­heit über sich selbst zu be­kom­men. Hier eine kurze Übung als Ein­stieg – eine Abend-Re­fle­xi­on: Was ist mir heute gut ge­lun­gen? Was hat dazu ge­führt?Wann war ich heute «im Fluss», wann we­ni­ger? – Wie kam es dazu?Was hätte ich heute gerne an­ders ge­macht? – In wel­che Rich­tung an­ders? Was wäre ein klei­ner Schritt, mor­gen in diese Rich­tung zu gehen? Schrei­be Deine Ant­wor­ten in Dein Jour­nal. Be­trach­te und lies das Ge­schrie­be­ne an­sch­lies­send noch­mals, lass es in Dir nach­klin­gen, schlies­se dann Dein Jour­nal und lege es zur Seite. Der Pro­zess des Ver­ba­li­sie­rens ist zen­tral, und wirkt als sol­cher beim Kul­ti­vie­ren von Acht­sam­keit und Fin­den von Kla­r­heit. In un­se­ren Kom­pass Re­tre­ats ist Jour­na­ling eine der Me­tho­den, mit denen wir ar­bei­ten. Die Teil­neh­men­den er­hal­ten gleich zu Be­ginn des Re­tre­ats ein No­tiz­buch, das sie in den Tagen (und dar­über hin­aus) be­glei­tet. Komme also in eine ei­ge­ne Pra­xis der Selbs­t­re­fle­xi­on. Be­sor­ge Dir ein schö­nes No­tiz­heft, wähle eines, das Dir ent­spricht, blan­co, li­niert, ka­riert und einen pas­sen­den Stift – lust­voll muss das Schrei­ben wer­den, so dass Du das Jour­nal auch gerne be­nutzt. Wähle für Dich einen pas­sen­den Zeit­punkt, einen pas­sen­den Ort und ver­su­che in eine Re­gel­mäs­sig­keit zu kom­men. Bald wirst Du mer­ken, dass diese kur­z­en Re­fle­xi­o­nen dazu füh­ren, dass Du be­wuss­ter un­ter­wegs bist, be­wuss­ter agierst, dass Du Dich häu­fi­ger selbst führst....

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Deep Listening - Die Kunst des tiefen Zuhörens

23.10.2023

Es gibt wenig Text­pas­sa­gen, die mir so tief in Er­in­ne­rung blie­ben, wie die Be­schrei­bung von Mi­cha­el Endes Momo: Was die klei­ne Momo konn­te wie kein an­de­rer, das war: Zu­hö­ren. Das ist doch nichts Be­son­de­res, wird nun viel­leicht man­cher Leser sagen, Zu­hö­ren kann doch jeder. Aber das ist ein Irr­tum. Wirk­lich Zu­hö­ren kön­nen nur ganz we­ni­ge Men­schen. Und so wie Momo sich aufs Zu­hö­ren ver­stand, war es ganz und gar ein­ma­lig. Momo konn­te so zu­hö­ren, dass dum­men Leu­ten plötz­lich sehr ge­schei­te Ge­dan­ken kamen. Nicht etwa, weil sie etwas sagte oder frag­te, was den an­de­ren auf sol­che Ge­dan­ken brach­te; nein, sie saß nur da und hörte ein­fach zu, mit aller Auf­merk­sam­keit und aller An­teil­nah­me. Dabei schau­te sie den an­de­ren mit ihren gro­ßen, dunk­len Augen an, und der Be­tref­fen­de fühl­te, wie in ihm auf ein­mal Ge­dan­ken auf­tauch­ten, von denen er nie ge­ahnt hatte, dass sie im ihm ste­cken. Wann hat Dir je­mand in einer Art und Weise zu­ge­hört, in der Du Dich rich­tig ver­stan­den fühl­test. Wo je­mand nur bei Dir, Dei­nen Ge­dan­ken und Ge­füh­len war in vol­ler Prä­senz? Was hat das bei Dir aus­ge­löst? Wel­che Qua­li­tät an Ge­spräch ist dar­aus ent­stan­den? Was sind die In­gre­di­en­zen , die Zu­hö­ren zu einem tie­fen Zu­hö­ren ma­chen?  Deep Lis­te­n­ing ist kein pas­si­ver Vor­gang, son­dern er­for­dert hohe Kon­zen­tra­ti­on und Auf­merk­sam­keit  auf allen Ebe­nen des Er­le­bens: hö­rend, se­hend, füh­lend und den­kend. Zu­erst ein­mal geht es darum, prä­sent zu sein : Sei­nen Kör­per wahr­zu­neh­men, sei­nen Ge­dan­ken­fluss zu lee­ren und sich in­ner­lich mit dem Ge­gen­über zu ver­bin­den.  Dann kann man das in­ne­re Be­wer­ten  einen Mo­ment still wer­den las­sen, diese in­ne­re Stim­me, die re­flex­ar­tig alles mit «gut/nicht gut», «stim­me zu/nicht zu», «gebe dir recht/nicht recht» ti­tu­liert. Statt­des­sen stellt man die ei­ge­ne Per­spek­ti­ve zu­rück, öff­net sich mit Neu­gier­de für das Un­be­kann­te , Un­er­war­te­te, folgt mit of­fe­nen Ohren dem Ge­dan­ken­fluss der/des Ge­sprächs­part­ner:in. Mit die­ser Art von Prä­senz und Auf­merk­sam­keit un­ter­stützt man sein Ge­gen­über, sein oder ihr Bes­tes zu fin­den und zu zei­gen. Claus Otto Schar­mer nennt es des­halb auch «das schöp­fe­ri­sche Zu­hö­ren». Im dich­ten, oft reiz­über­flu­te­ten Füh­rungs­all­tag ist es eine Her­aus­for­de­rung, in die­ser Weise zu­zu­hö­ren. Man muss eine ei­ge­ne Pra­xis ent­wi­ckeln, um in die nö­ti­ge Prä­senz zu kom­men, man muss das tiefe Zu­hö­ren er­ler­nen und üben. Diese Qua­li­tät des Zu­hö­rens ist eine der wir­kungs­volls­ten trans­for­ma­ti­ven Fä­hig­kei­ten von Füh­rungs­kräf­ten  und eine der wohl am meis­ten un­ter­schätz­ten.  Um es zu un­ter­stüt­zen, gibt es ein­fa­che be­glei­ten­de Mass­nah­men:Nimm Dir Zeit, die vor­he­ri­ge Auf­ga­be emo­ti­o­nal und ge­dank­lich ab­zu­sch­lies­sen. Vor dem Ge­spräch: Atme 5 x tief durch, nimm Dei­nen Kör­per wahr und/oder schütt­le ihn aus. Mach Dich be­wusst in­ner­lich leerVer­bin­de Dich in­ner­lich em­pa­thisch-zu­ge­wandt einen Mo­ment mit Dei­ner/Dei­nem Ge­sprächs­part­ner:in Im Ge­spräch: Lass Dir Zeit, um in Kon­takt zu kom­men. Be­gin­ne das Ge­spräch nicht zu rasch.Nimm eine ent­spann­te Kör­per­hal­tung ein. Lehne Dich zu­rück.Nimm Dir Zeit, die Ge­dan­ken des Ge­gen­übers in Dir wir­ken zu las­sen, über das Ge­sag­te nach­zu­den­ken.Mach den Ge­gen­check: Wem höre ich ge­ra­de zu? Mei­nem Ge­gen­über? Oder mei­nen ei­ge­nen Ge­dan­ken, die das Ge­sag­te in­ner­lich kom­men­tie­ren? Wir alle wer­den in der Tiefe be­rührt, wenn wir uns ge­se­hen, ge­hört und wirk­lich ver­stan­den füh­len. Es ist ver­trau­ens­bil­dend und schafft einen ge­mein­sa­men Raum, wo Ge­dan­ken, Ideen und Lö­sun­gen ent­ste­hen kön­nen....

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Sein Leben persönlich leben

27.09.2023

Ein gutes, er­füll­tes Leben füh­ren. Das ist gar nicht so ein­fach. Ein­ge­bun­den in ver­schie­de­ne Le­bens­wel­ten, wie Fa­mi­lie, Ar­beits­welt und So­zi­al­le­ben sind wir Ge­stal­ter:innen un­se­res Le­bens. Es er­füllt uns, wenn wir im Leben un­se­re Ein­zig­ar­tig­keit ent­fal­ten kön­nen, die Ver­ant­wor­tung für un­se­re ei­ge­nen Ent­schei­dun­gen über­neh­men, einen Sinn im Leben ent­de­cken und zu etwas Grös­se­rem bei­tra­gen dür­fen. Aber nicht immer pas­sen Mög­lich­kei­ten und An­for­de­run­gen der ak­tu­el­len Le­bens­si­tua­ti­on zu per­sön­li­chen Be­dürf­nis­sen, ei­ge­nen Fä­hig­kei­ten und Nei­gun­gen und dem, was uns an­zieht. Es lohnt sich, re­gel­mäs­sig in­ne­zu­hal­ten und sich mit der ak­tu­el­len Le­bens­si­tua­ti­on aus­ein­an­der­zu­set­zen. Was heisst es, sein Leben per­sön­lich zu leben? Das Leben ist stän­dig in Be­we­gung und wir ent­wi­ckeln uns mit ihm. Die Exis­tenz­ana­ly­se stellt uns vier Grund­t­he­men zur Ver­fü­gung, mit denen sich der Mensch Zeit sei­nes Le­bens be­schäf­ti­gen soll­te (A. Län­g­le & D. Bürgi, Exis­ten­zi­el­les Coa­ching): Die Welt mit ihren Mög­lich­kei­ten und Be­gren­zun­gen:  Wie sehen meine ak­tu­el­le Um­welt und Re­a­li­tät aus? Kann ich mich ein­fü­gen, mich gleich­zei­tig ab­gren­zen, Dinge än­dern und mich be­haup­ten? Das ei­ge­ne Leben: Mag ich mein Leben? Gibt es in mei­nem Leben genug Wert­vol­les? Die ei­ge­ne Per­son: Darf ich in Be­zie­hun­gen mich selbst sein? Kann ich zu dem ste­hen, was ich tue? Die Zu­kunft: Was gibt mei­nem Leben Sinn? Was möch­te ich zu einem hö­he­ren Sinn und Zweck bei­tra­gen? Wenn wir in­ner­lich JA sagen kön­nen zur per­sön­li­chen Art und Weise, wie wir die kom­men­de Le­ben­s­pha­se ent­lang der vier Grund­t­he­men ge­stal­ten, ent­steht das so­ge­nann­te «freie Wol­len». Diese in­ne­re Stim­mig­keit mo­bi­li­siert Ener­gie und ist die Kraft­quel­le, um ein für sich sin­n­er­füll­tes, in Frei­heit und Ver­ant­wor­tung ge­leb­tes Leben zu ge­stal­ten. Wie kom­men wir zu Kla­r­heit, was wir wirk­lich wol­len? Es be­ginnt erst­mal damit, un­se­re ak­tu­el­le Le­bens­si­tua­ti­on zu be­trach­ten und wahr­zu­neh­men, wel­che Re­so­nanz in uns ent­steht. «Wie geht es mir damit? Was be­wegt mich? Was fühlt sich stim­mig an, was nicht?» Da­nach ist un­se­re per­sön­li­che Stel­lung­nah­me ge­fragt. «Was halte ich von mei­nen Wahr­neh­mun­gen? Was halte ich im tiefs­ten In­nern davon? Was ist für mich we­sent­lich? Was will ich wirk­lich, was nicht?» Schliess­lich geht es darum, un­se­re Ab­sich­ten zu schär­fen und in Hand­lun­gen zu über­set­zen. «Was will ich jetzt un­ter­neh­men? Was sind mög­li­che Aus­wir­kun­gen? Kann ich das ver­ant­wor­ten? Wie gehe ich mit mög­li­chen Hin­der­nis­sen um? Wer kann mich dabei un­ter­stüt­zen?» Wel­ches das For­mat ist, dies zu tun, gilt es mit Be­dacht aus­zu­wäh­len. Braucht es klei­ne In­seln im All­tag oder eine klei­ne oder gar grös­se­re Aus­zeit? Braucht es An­lei­tung und Un­ter­stüt­zung oder geht es auch gut, mit sich selbst Ein­kehr zu hal­ten? Für uns selbst waren Re­tre­ats immer eine pas­sen­de Form. Des­halb haben wir die Kom­pass Re­tre­ats ge­schaf­fen und freu­en uns, wenn auch an­de­re von die­ser Form nutz­nies­sen kön­nen....

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RAIN-Meditation

21.08.2023

Es ist die Zeit der Rü­ck­kehr aus den Fe­ri­en. Wie man sich dar­auf re­a­lis­tisch vor­be­rei­tet, wis­sen wir alle.  Den­noch: Bei aller Pla­nung (und Freu­de am Job): Es ist für die meis­ten auch etwas schmerz­haft, zu­rück in den Er­werbs­a­r­beits-Modus zu fin­den.Warum? Ganz ein­fach. Ar­beits­set­tings be­dro­hen grund­sätz­lich mensch­li­che Grund­be­dürf­nis­se. Hier nur ei­ni­ge Bei­spie­le:  Unser Be­dürf­nis nach Au­to­no­mie und Frei­sein wird be­grenzt (Au­to­no­mie vs. Ein­schrän­kung) Wir haben we­ni­ger Zeit für Fa­mi­lie,  Freun­d*in­nen, uns selbst -  mehr ba­lan­cie­ren müs­sen (gute Be­zie­hun­gen) Früh auf­ste­hen und ar­bei­ten ist  an­stren­gend (Lust vs. Un­lust) Wir sind  in Ar­beits­set­tings öfter Be­wer­tun­gen aus­ge­setzt (Selbst­wert vs. Ge­sichts­ver­lust) Na­tür­lich muss Ar­beit gut ge­stal­tet sein (Sys­tem­sei­te), was wie­der­um Grund­be­dürf­nis­se be­frie­digt! Aber man kann auch für sich selbst etwas tun (in­di­vi­du­el­le Seite). Um im Lot zu blei­ben, hilft es, wohl­wol­lend mit sich selbst im Kon­takt zu sein, seine Be­dürf­nis­se zu ken­nen und sich sel­ber zur Seite zu ste­hen. Die Bud­dhist*in­nen nen­nen es Selbst-Mit­ge­fühl.  Tara Brach, PhD., eine von uns sehr ge­schätz­te be­kann­te US-Psy­cho­lo­gin und bud­dhis­ti­sche Au­to­rin, hat die RAIN-Me­di­ta­ti­on ent­wi­ckelt. Sie un­ter­stützt uns, mit un­se­ren Ge­füh­len und Be­dürf­nis­sen zu ar­bei­ten und Selbst-Mit­ge­fühl auf­zu­bau­en, ge­ra­de, wenn es schwie­rig ist. RAIN steht für:  R = Re­co­gni­ze: re­gis­trie­ren, was in die­sem Au­gen­blick ge­schieht; A = Allow: offen sein für die Er­fah­rung, ganz so wie sie ist; I = In­ves­ti­ga­te: mit In­ter­es­se und Sorg­falt un­ter­su­chen und er­for­schen N = Nur­ture: mit Mit­ge­fühl nähren. Hier  fin­dest Du eine Me­di­ta­ti­ons­an­lei­tung von Tara.  Und im Fol­gen­den fin­dest Du un­se­re deut­sche Ad­ap­ti­on. Für Dich selbst als Me­di­ta­ti­on oder Jour­na­ling und/oder für die Ar­beit mit Dei­nen Kun­d*in­nen. Setze Dich auf­recht hin, werde prä­sent. Du kannst die Augen schlies­sen oder leicht ge­öff­net las­sen mit wei­chem Blick. Kläre Dei­nen Atem mit ein paar tie­fen Atem­zü­gen und lasse den Atem dann na­tür­lich flies­sen. R = Re­co­gni­ze: Re­gis­trie­re, was in die­sem Au­gen­blick ge­schieht Achte auf Deine Ge­dan­ken. Was taucht in Dei­nem Be­wusst­sein auf? Viel­leicht gibt es etwas, das Dich be­schäf­tigt, wo Du un­zu­frie­den bist mit Dir selbst. Schen­ke die­sen Ge­dan­ken Deine Auf­merk­sam­keit: Was spielt sich da ab. Wel­che Ge­füh­le, in­ne­ren Stim­men sind damit ver­bun­den, an wel­che Ver­hal­tens­wei­sen denkst Du? Wo spürst Du deine Un­zu­frie­den­heit, deine Not, ein Druck­ge­fühl oder deine Angst im Kör­per? A = Allow: Öffne dich für die Er­fah­rung, ganz so wie sie ist Gib die­sen Er­fah­run­gen Raum. Lass sie ge­ra­de so sein, wie sie jetzt sind, ak­zep­tie­re, dass Du jetzt so er­lebst. Öffne Dich für die damit ver­bun­de­nen Er­fah­run­gen und Ge­füh­le. Wenn Du spürst, dass Du in­ner­lich vor den Ge­füh­len die auf­tau­chen zu­rück­weichst, ver­su­che zu blei­ben und sie ohne Wer­tung zu be­ob­ach­ten. Ah, so ist es ge­ra­de, es ist ok. Lass Dir dafür Zeit, mache den Raum noch etwas grös­ser. I = In­ves­ti­ga­te: Un­ter­su­che und er­for­sche Dich mit In­ter­es­se und Sorg­falt Un­ter­su­che diese Er­fah­run­gen mit In­ter­es­se und auf­merk­sa­mer Sorg­falt: Was geht da vor sich? Wie sprichst Du mit Dir in die­ser Si­tua­ti­on. Was glaubst Du? Wel­che Über­zeu­gun­gen sind damit ver­bun­den? Wel­ches Be­dürf­nis mel­det sich? Was ist das für eine Not? Wo spüre ich die­ses Be­dürf­nis im Kör­per? Was möch­te hier meine Auf­merk­sam­keit?  N = Nur­ture: Nähre Dich mit Mit­ge­füh l Be­geg­ne Dei­ner Not, dem Rufen nach dei­ner Auf­merk­sam­keit, Dei­nem Be­dürf­nis mit auf­merk­sa­mer Freund­lich­keit. Was braucht es jetzt im Mo­ment. Was braucht die­ser Teil von mir? Wo­nach ruft er, sehnt er sich? Be­geg­ne Dir mit einer Nach­richt: Ich bin hier. Ich höre dich. Ich achte auf dich. Wenn Du möch­test, kannst Du eine Hand leicht auf Dei­nen Brust­korb legen, um Dich spü­ren zu las­sen, dass Du da bist. After the RAIN Lasse diese Me­di­ta­ti­on in Stil­le noch ein wenig wir­ken. Blei­be einen Mo­ment in freund­li­cher Auf­merk­sam­keit Dir ge­gen­über. Spüre, wie sich etwas zu ent­fal­ten be­ginnt. Spüre wie sich leise etwas be­wegt. Spüre, wie sich der Druck löst und die Not lin­dert. ...

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New Work - Reflexion zur Rolle von innerer & äusserer Arbeit

26.05.2023

Frit­hjof Berg­mann (1930 – 2021) be­grün­de­te in den 80er-Jah­ren die New Work Be­we­gung. Sein To­des­tag jähr­te sich am 23.Mai zum zwei­ten Mal. Wir neh­men Berg­manns To­des­tag zum An­lass zu einer kur­z­en Re­fle­xi­on zur in­ne­ren und äus­se­ren Ar­beit, die getan wer­den muss, um eine men­schen­freund­li­che­re Ar­beits­welt zu ge­stal­ten. New Work hat viele Ge­sich­ter. Ver­bin­dend ist allen New Work Kon­zep­ti­o­nen der Ver­weis auf di­gi­ta­le Mög­lich­kei­ten als Grund­la­ge für die Trans­for­ma­ti­on der Ar­beits­welt und die Suche nach neuen (Zu­sam­men-)Ar­beits­for­men. Im Er­geb­nis: Eine men­schen­freund­li­che­re Ar­beits­welt. Was heisst men­schen­freund­lich? Men­schen­freund­lich heisst: Wir er­ach­ten als sinn­voll, was wir tun. Wir ler­nen und ent­wi­ckeln uns le­bens­lang. Wir kön­nen mit­re­den und uns en­ga­gie­ren als Teil eines grös­se­ren Gan­zen. Wir haben Frei­hei­ten, zu ent­schei­den, wann, wo und mit wem wir wel­che un­se­rer Auf­ga­ben er­le­di­gen. Wir ar­bei­ten gern. Wir blei­ben ge­sund. Wir wer­den nicht durch Zeit­druck, Ex­ten­si­vie­rung und In­ten­si­vie­rung über­be­an­sprucht. Wir wer­den nicht durch ei­gen­ar­ti­ge An­rei­ze, Leis­tungs­ma­na­ge­ment-und Kon­troll­sys­te­me an­ge­trie­ben und aus­ge­beu­tet. Wir haben keine Angst. Wir wer­den nicht ge­de­mü­tigt. Wir müs­sen keine Show ab­zie­hen. Damit das so ist, brau­chen wir an­ge­mes­se­ne Rah­men­be­din­gun­gen : Gute Ar­beits- und Or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­stal­tung  und trans­for­ma­ti­o­na­le Füh­rungs­a­r­beit. Bei einem er­höh­ten An­teil von Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on in Or­ga­ni­sa­ti­o­nen und der Nut­zung di­gi­ta­ler Mög­lich­kei­ten.Or­ga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lungs­i­n­i­tia­ti­ven  und Füh­rungs­un­ter­stüt­zung, die der Kom­ple­xi­tät des An­lie­gens ge­recht wer­den. New Work braucht zudem mehr Selbst­füh­rung .  Die mit New Work ein­her­ge­hen­de Sub­jek­ti­vie­rung der Ar­beit ver­langt von uns: selbst­ver­ant­wort­li­che Be­gren­zung der Ar­beits­leis­tung selbst­ver­ant­wort­li­che Er­hal­tung der Ar­beits­fä­hig­keit selbst­ver­ant­wort­li­che Kar­rie­re­ent­wick­lung Fle­xi­bi­li­tät: zeit­lich, ört­lich, in­halt­lich, so­zi­al In­for­ma­ti­ons­ma­na­ge­ment: Zu­gang, Menge, Viel­falt Ba­lan­ce von Le­bens­be­rei­chen bei ver­wi­schen­den Gren­zen Das be­deu­tet in­ne­re Ar­beit .  In­ne­re Ar­beit heisst: Wir über­neh­men die Ver­ant­wor­tung für unser Den­ken, Füh­len und Han­deln und ge­stal­ten be­wusst unser Leben. Wir sind mit uns selbst und an­de­ren gut im Kon­takt. Wir ver­ste­hen es als fort­lau­fen­de Pra­xis, an uns zu ar­bei­ten, uns zu ent­wi­ckeln und zu wach­sen. Wir wis­sen, was wir kön­nen und brau­chen. Wir kön­nen uns sel­ber steu­ern, auch in re­strik­ti­ven Si­tua­ti­o­nen. Es geht um Be­wäl­ti­gung von Kom­ple­xi­tät, Am­bi­gu­i­tät, Un­si­cher­heit mit­hil­fe des in­ne­ren Kom­pas­ses. Es braucht die äus­se­ren und in­ne­ren Be­din­gun­gen, und sie be­güns­ti­gen sich im Ide­a­l­fall ge­gen­sei­tig. So er­schaf­fen wir eine Ar­beits­welt, die wir wirk­lich, wirk­lich wol­len – auf in­di­vi­du­el­ler, or­ga­ni­sa­ti­o­na­ler und ge­sell­schaft­li­cher Ebene. 2017 hat Ma­thi­as Mor­gentha­ler ein ein­drü­ck­li­ches In­ter­view mit Frit­hjof Ber­g­­mann ge­führt. ...

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Wer sind Deine Gefährt*innen?

03.05.2023

Mit wem willst Du auf dem Weg sein? Wer sind Deine "Ver­bün­de­ten"? Wer be­glei­tet und un­ter­stützt Dich, wen be­glei­test und un­ter­stützt Du?   Alles, was wir tun, tun wir mit Be­zü­gen auf und Wech­sel­wir­kun­gen mit eine so­­zi­a­len Ge­fü­ge. Un­­­se­ren in­­­ne­ren Kom­pass zu rich­ten be­deu­tet auch, das Feld un­se­rer Be­zie­hun­gen auf­merk­sam zu un­ter­su­chen und zu ge­stal­ten, dar­auf hin, mit wem wir un­ter­wegs sein wol­len. Hier kommt eine klei­ne Aus­wahl von Klä­rungs­fra­gen zum Nach­den­ken über Deine                   Ge­fähr­t*in­nen auf dem Weg: Mit wem ent­steht eine Qua­li­tät des ge­mein­sa­men Ler­nens und Wach­sens?Wer un­­ter­­stützt Dich in dem, was Du tun willst?Auf wen kannst Du Dich ver­­las­­sen? Wer kann sich auf  Dich ver­­las­­sen?Mit wem kannst Du auf den Weg brin­­gen, was Dir wich­tig ist?An wel­chen Stel­len möch­test Du etwas ver­än­dern?Wem bist Du dank­­bar? ...

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Embodiment und Zentrierungspraxis

26.04.2023

Der Kör­per ist ein wich­ti­ger Tür­öff­ner für wirk­sa­me Selbst­steu­e­rung.  Wozu Selbst­steu­e­rung? Damit wir uns ziel­ge­rich­tet und ver­ant­wor­tungs­voll im All­tag be­we­gen kön­nen, brau­chen wir die Fä­hig­keit, das ei­ge­ne Den­ken, Füh­len und Han­deln zu steu­ern. So kön­nen wir trag­fä­hi­ge Be­zie­hun­gen ge­stal­ten und An­for­de­run­gen aus einer star­ken und ent­spann­ten Prä­senz meis­tern. Die Em­­bo­­di­­ment-For­­schung zeigt, dass Kör­­per, Ha­l­tung, Aus­­­druck und Be­we­­gun­­gen unser Füh­len, Den­ken und Han­­deln we­­sent­­lich be­ein­flus­­sen. Wir kön­­nen uns selbst also durch kör­­per­­li­che Ver­­än­­de­rung po­­si­tiv be­ein­flus­­sen. Prak­ti­ken wie Me­­di­ta­ti­on, Tai Chi, Qi­­gong oder Yoga nut­­zen diese Zu­­sam­­men­hän­­ge. Sie füh­ren in einen Zu­­stand der Zen­trier­t­heit, indem wir uns phy­­sisch und psy­chisch fo­­kus­­sie­ren und uns in un­­­se­rem Kör­­per­­mit­tel­­punkt ein­­fin­­den. Aus die­­ser Po­­si­ti­on kön­­nen wir mit Of­­fen­heit und Neu­­gier­­de be­trach­ten, was auf kör­­per­­li­cher, emo­ti­o­na­­ler und men­ta­­ler Ebene vor­­­geht. Re­­gel­mäs­­si­­ge Zen­trie­rungs­­pra­­xis führt zu (zu­­sam­­men­­ge­fasst aus Ba­r­­bi­no (2020), 'Zen­trie­rung. Eine ef­­fek­ti­­ve Kör­­per­tech­­nik zur Selbst­re­­gu­la­ti­on', Sprin­­ger): Ruhe, Ge­las­­sen­heit, Aus­­­ge­g­li­chen­heit geis­ti­­ger und emo­ti­o­na­­ler Of­­fen­heit Ge­­fühl von Si­cher­heit und Ver­­­bun­­den­heit ver­­­bes­­ser­ter Wahr­­neh­­mung von sich, Mit­­­men­schen und Um­­welt ver­­­bes­­ser­tem Mit­­­ge­­fühl und Em­pa­thie Sen­ken von Her­z­fre­quenz und Blut­­druck Zen­trie­rungs­übung Mit die­ser klei­nen Übung kannst Du damit be­gin­nen, Deine per­sön­li­che Zen­trie­rungs­pra­xis zu kul­ti­vie­ren. Wel­che Emp­fin­dun­gen, Ge­füh­le, Im­pul­se, Bil­der und Ge­dan­ken kannst Du wäh­rend der Übung be­ob­ach­ten? Wie ver­än­dern sie sich mit den Wie­der­ho­lun­gen? Stell Dich in einen schul­ter­brei­ten Par­al­lel­stand, die Knie leicht ge­beugt.  Atme über Deine Rück­sei­te ein, auf­wärts von den Füs­sen bis über den Kopf und rich­te Deine Wir­bel­säu­le auf.Atme dop­pelt so lange über die Vor­der­sei­te zum Boden hin aus und ent­span­ne dabei Dei­nen Kie­fer und die Schul­tern. Lasse durch die ab­wärts­ge­rich­te­te Schwer­kraft jeg­li­che An­span­nung nach unten sin­ken und rich­te Dich in dei­nem Zen­trum ein.Nimm Dei­nen per­sön­li­chen Raum um Dich wahr und weite die­sen mit Dei­ner Vor­stel­lungs­kraft aus.Lasse dabei ein leich­tes Lä­cheln ent­ste­hen.Wie­der­ho­le die­sen Ab­lauf ei­ni­ge Male....

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Die Wirkung von Natur

12.04.2023

Ein guter Teil un­se­rer Re­tre­ats fin­det draus­sen in der Natur statt. In der Natur kön­nen wir Ein­kehr hal­ten, kom­men zur Ruhe, kön­nen ver­tieft nach­den­ken und kon­tem­plie­ren. Die Wir­­kung der Natur auf den Men­­schen ist viel­­fäl­tig un­­ter­­sucht wor­­den.  Hier kom­­men dazu ei­­ni­­ge Stu­­die­ner­­ge­b­­nis­­se (zu­­sam­­men­­ge­fasst in: Gans et al., 2020, ‚A­r­­beits­raum Na­tur‘):  In der Natur zu sein  ver­bes­sert die Stim­mungver­bes­sert das Selbst­wert­ge­fühler­höht die Auf­merk­sam­keits­fo­kus­sie­rungbeugt De­pres­si­on vor und lin­dert ihre Sym­pto­meer­höht die sub­jek­tiv wahr­ge­nom­me­ne Vi­ta­li­tätver­bes­sert Wohl­be­fin­den (Le­bens­sinn, Vi­ta­li­tät, po­si­ti­ve Ge­füh­le)re­du­ziert Angst und Grü­belnre­du­ziert Stresss, för­dert Er­ho­lung Die Wir­kung von Natur wird auch für den In­nen­raum un­ter­sucht. Dazu gibt es ein span­nen­des For­schungs­pro­jekt der For­schungs­grup­pe Work­place Ma­nage­ment der ZHAW. Pflan­zen im Büro... haben po­si­ti­ve Wir­kun­gen auf Ge­sund­heit und Wohl­be­fin­den re­du­zie­ren Druck und Stress, stei­gern men­ta­le Aus­dau­er, ver­bes­sern die Stim­mung. er­hö­hen Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit und Pro­duk­ti­vi­tät und Kre­a­ti­vi­tät. Mit­a­r­bei­ten­de von be­grün­ten Um­ge­bun­gen sind zu­frie­de­ner mit dem In­nen­raum­kli­ma Hier  geht’s zum Bio­phi­lia Li­ving Lab der ZHAW. Bei al­le­dem ver­ges­sen wir aber bitte nicht: Diese Un­ter­su­chun­gen wur­den bei einer be­grenz­ten Grup­pe von Men­schen durch­ge­führt: Weis­sen, rei­chen und ge­bil­de­ten in einer In­dus­trie­na­ti­on le­ben­den Mensch­Bioen tut die Natur gut. Bei allen an­de­ren Men­schen – Armen, Peo­ple of color, In­di­ge­nen oder An­ge­hö­ri­gen von Min­der­hei­ten hat man keine Ah­nung. Dazu gibt es einen wich­ti­­gen, nach­denk­lich ma­chen­den Higgs-Ar­ti­kel An­lei­tung für eine Kon­tem­pla­ti­on in der Natur Gehe für dich an einen Ort in der Natur (in den Wald, einen ru­hi­gen Park, an einen Fluss). Ver­lang­sa­me be­wusst dei­nen Gang und rich­te deine Auf­merk­sam­keit zu­erst auf dich selbst: Nimm dei­nen Kör­per war, dei­nen Gang, den Boden unter dei­nen Füs­sen und dei­nen Atem­rhyth­mus. Viel­leicht schliesst du einen Mo­ment die Augen. Dann rich­te deine Auf­merk­sam­keit auf die Natur um dich herum. Nimm sie mit all dei­nen Sin­nen wahr: Hö­rend, rie­chend, se­hend, er­spü­rend, schme­ckend. Blei­be auch mal ste­hen und ver­bin­de dich ein paar Mi­nu­ten mit dem Fluss oder einem Baum oder dem Sin­gen eines Vo­gels. Sei im Hier-und-Jetzt. In Ver­bin­dung mit dir und der Um­ge­bung....

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Auszeiten für Führungspersonen sind ein "must"

13.03.2023

Wozu braucht es Re­tre­ats für Füh­rungs­per­so­nen? Es gibt doch genug An­ge­bo­te für Füh­rungs­per­so­nen in Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­ra­tung, Coa­ching & Lea­der­ship Pro­gram­men? Warum wir Kom­pass Re­tre­ats ge­grün­det haben. Die Kurz­ver­si­on un­se­rer Er­fah­run­gen in 20 Jah­ren Coa­ching, Or­ga­ni­sa­ti­ons- und Füh­rungs­ent­wick­lung. Ebene Or­ga­ni­sa­ti­on: Wir alle vier be­glei­ten seit vie­len Jah­ren Füh­rungs­teams und Or­ga­ni­sa­ti­o­nen in Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­sen. Es geht dabei um stra­te­gisch-struk­tu­rel­le Ent­wick­lun­gen, um Füh­rung und Zu­sam­me­n­a­r­beit in un­über­sicht­li­chen Kon­tex­ten, kol­lek­ti­ve Pro­blem­lö­se­pro­zes­se, ak­zep­tier­te, ro­bus­te Ent­schei­dun­gen, gute Kom­mu­ni­ka­ti­on. Ebene Füh­rungs­per­son: Im Coa­ching un­ter­stüt­zen wir das Sur­fen auf un­ab­läs­si­gen Chan­ge­wel­len, ver­nünf­ti­ge Re­ak­ti­o­nen auf Macht­spie­le, an­ge­mes­se­nes Ver­hal­ten in un­schö­nen Kon­flikt­si­tua­ti­o­nen, Ba­lan­cie­ren von Di­lem­ma­ta, Pri­o­ri­sie­ren an­ge­sichts der Pen­den­zen­ber­ge, auf­merk­sa­me Be­zie­hungs­ge­stal­tung im hoch­ver­netz­ten Ge­sche­hen. Alles in allem: Die stim­mi­ge Ge­stal­tung der Füh­rungs­rol­le in an­spruchs­vol­len Kon­tex­ten. Was wir dabei be­ob­ach­ten: Es gibt seit län­ge­rem ein an­hal­ten­des Un­be­ha­gen von Füh­rungs­per­so­nen an­ge­sichts des­sen, was in Un­ter­neh­men vor sich geht, ein Sinn­ver­lust: Sie hin­ter­fra­gen ihre Si­tua­ti­on aber gleich­zei­tig auch ihr Recht auf Freu­de und Sin­n­er­fül­lung bei der Ar­beit im Kon­text eines stim­mi­gen Le­bens­ent­wur­fes. Die Frage nach ihren Wer­ten und ihren Be­dürf­nis­sen kön­nen sie oft nicht auf An­hieb be­ant­wor­ten. Denn: «Das Leben ist ja doch kein Wunsch­kon­zert! ... Oder?» Nein ist es ver­mut­lich nicht. Oder doch? Wir fol­gen dem Grund­ge­dan­ken, dass gute äus­se­re Ent­wick­lun­gen stim­mi­ge in­ne­re Ent­wick­lun­gen vor­aus­set­zen. Bei allem, was an wil­dem Trei­ben im Aus­sen pas­siert: Die Frage ist immer, wer Du bist, wel­chen sinn­haf­ten Bei­trag Du auf die­ser Welt leis­ten und wofür Du Ver­ant­wor­tung über­neh­men willst, ge­ra­de wenn die Zei­ten schwie­rig sind. Dafür brauchst Du einen in­ne­ren Kom­pass. Men­schen füh­ren bes­ser, lösen Pro­ble­me um­sich­ti­ger, tref­fen bes­se­re Ent­schei­dun­gen, sie ar­bei­ten bes­ser zu­sam­men und: Es geht ihnen schlicht bes­ser, wenn sie ihren in­ne­ren Kom­pass ken­nen und ge­rich­tet hal­ten. Wir haben Kom­pass Re­tre­ats ge­grün­det, weil wir das eine tun und das an­de­re nicht las­sen wol­len. Füh­rungs­per­so­nen brau­chen nebst Be­ra­tung und Coa­ching von Zeit zu Zeit Ruhe, Kon­zen­tra­ti­on und Kon­tem­pla­ti­on. Sie brau­chen den Raum und die Res­sour­cen, um sich struk­tu­riert mit sich selbst, ihrem Kön­nen, Wol­len und Wir­ken – ihrem in­ne­ren Kom­pass  - aus­ein­an­der­zu­set­zen. Damit sie sinn­vol­le Ent­wick­lun­gen ge­stal­ten kön­nen. ...

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Übung WOOP

15.02.2023

Hast Du Dir vor­ge­nom­men, Dein Ver­hal­ten in einem Dei­ner Le­bens­be­rei­che zu än­dern? Viel­leicht  eine Ab­sicht oder einen Wunsch for­mu­liert, ein Ziel ge­setzt? WOOP (W ish Out­co­me Obstacle Plan) un­ter­stützt Dich dabei, im All­tag mit Dei­nen Ab­sich­ten und län­ger­fris­ti­gen Zie­len in Ver­bin­dung zu blei­ben und sie er­folg­reich zu re­a­li­sie­ren.  Nimm Dir 15 - 20 Mi­nu­ten Zeit. Finde einen Platz, wo Du un­ge­stört sein kannst. Ent­span­ne Dich, atme tief durch und lass dann Dei­nen Atem, Deine Ge­dan­ken und Bil­der frei flies­sen.   Denke an Deine Ab­sicht, die Dir sehr am Her­zen liegt und Dich gleich­zei­tig her­aus­for­dert. Siehe Deine er­wünsch­te Zu­kunft vor Dir und halte sie fest. Ver­ge­gen­wär­ti­ge Dir nun den Nut­zen der an­ge­streb­ten Zu­kunft. Was ist das best­mög­li­che Er­geb­nis, das Du Dir von der Er­fül­lung Dei­ner Ab­sicht er­hoffst? Nimm Dir Zeit, schlies­se Deine Augen und stell Dir die Er­geb­nis­se so le­ben­dig wie mög­lich vor. Was denkst, siehst, hörst, riechst, schmeckst und spürst Du dann? Öffne Deine Augen, so­bald du das Er­geb­nis aus­führ­lich ima­gi­niert hast. Wende Dich nun dem gröss­ten Hin­der­nis zu, das der Er­fül­lung der an­ge­streb­ten Zu­kunft im Wege steht. Was in Dir hin­dert Dich mög­li­cher­wei­se daran, das An­ge­streb­te zu er­rei­chen? Was ist es wirk­lich? Finde Dein ent­schei­den­des, per­sön­li­ches Hin­der­nis. Das kann ein Ge­dan­ke, eine feste Über­zeu­gung, eine vor­ge­fass­te Mei­nung, eine Ge­wohn­heit oder eine Emo­ti­on sein.  Wenn Du Dei­nem ganz spe­zi­fi­schen Hin­der­nis auf die Schli­che ge­kom­men bist, be­hal­te es im Kopf. Stell Dir nun alle Er­leb­nis­se so le­ben­dig wie mög­lich vor, die mit dem Hin­der­nis ver­bun­den sind. Was kannst Du den­ken oder tun, um das Hin­der­nis zu über­win­den? Fal­len Dir meh­re­re Dinge ein, nimm das viel­ver­spre­chends­te. Über­leg Dir, wann und wo das Hin­der­nis das nächs­te Mal auf­tau­chen könn­te und ent­wick­le für diese Si­tua­ti­on einen Wenn-Dann-Plan: «Wenn Hin­der­nis X auf­taucht, dann werde ich Ge­dan­ken oder Ver­hal­ten Y an­wen­den.» Wie­der­ho­le die­sen Wenn-Dann-Plan ei­ni­ge Male.  Du kannst diese Übung so oft Du willst an­wen­den. Du brauchst ein­zig ein biss­chen Ruhe. (in An­leh­nung an Ga­brie­le Oet­tin­gen, Psy­cho­lo­gie des Ge­lin­gens) ...

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Unangenehme Gefühle

12.12.2022

Wie wir füh­len, liegt in un­se­rer Ver­ant­wor­tung. Das klingt hart und ist aber letzt­lich die Quel­le un­se­rer Frei­heit. Wie kön­nen wir mit un­an­ge­neh­men Ge­füh­len um­ge­hen, so dass wir frei­er wer­den? Das ist das Thema die­ses Posts. Pro­biert es aus... Ge­füh­le ver­mei­den Si­tua­ti­o­nen und Per­so­nen ken­nen, die un­an­ge­neh­me Ge­füh­le aus­lö­sen. Wenn ver­tret­bar, die­sen aus dem Weg gehen, mi­ni­mal Ener­gie in­ves­tie­ren. Für gute Wo­chen­en­den: Frei­tag Nach­mit­tage und Mon­tag Vor­mit­tage von die­sen Si­tua­ti­o­nen, Per­so­nen frei­hal­ten. Ge­füh­le be­ru­hi­gen oder auf­lö­sen Unser Emp­fin­den hängt von un­se­ren Wahr­neh­mungs­ge­wohn­hei­ten und –mus­tern ab. Ent-Eti­ket­tie­ren: Wir eti­ket­tie­ren The­men, Si­tua­ti­o­nen, Per­so­nen mit­tels au­to­ma­ti­sier­ter Be­wer­tun­gen. Diese Eti­ket­ten kön­nen wir wech­seln, Dinge neu be­wer­ten und be­wusst un­se­re Wahr­neh­mungs­ge­wohn­hei­ten ver­än­dern. Ge­füh­le nut­zen  Jedes Ge­fühl trans­por­tiert eine wich­ti­ge In­for­ma­ti­on, die man pflü­cken soll­te. Diese Af­fekt­lo­gik ist ein Weg­wei­ser. Das Stör­ge­fühl nut­zen heisst: Er­for­schen worum es geht: was gilt es zu schüt­zen, zu er­kämp­fen,  zu ver­ab­schie­den (in An­leh­nung an Min­gers, 2018)...

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Übung S-T-O-P

04.11.2022

Acht­sam­keits­schu­lung för­dert ein Be­wusst­sein dafür, wor­auf sich die Auf­merk­sam­keit in ihren Au­to­ma­tis­men von Au­gen­blick zu Au­gen­blick rich­tet und sie sen­si­bi­li­siert für die Aus­wir­kung des je­wei­li­gen Fokus. STOP Un­ter­bre­che die ak­tu­el­le Tä­tig­keit und halte kurz inne. TAKE A BREATH Nimm einen be­wuss­ten Atem­zug. Ganz mit der Auf­merk­sam­keit beim Ein­at­men, Aus­at­men und der Pause nach dem Aus­at­men. OB­SER­VE Wel­che Emp­fin­dun­gen, Ge­füh­le, in­ne­ren Bil­der und Ge­dan­ken sind ge­ra­de da? Be­ob­ach­te, ohne etwas ver­än­dern zu wol­len. PRO­CEED Be­en­de die Übung und führe die vor­he­ri­ge Tä­tig­keit fort oder be­gin­ne eine neue....

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7 stra­te­gies to help you live with un­cer­tain­ty

06.05.2022

Eine be­deu­tungs­vol­le Lek­tü­re, die uns hilft, den in­ne­ren Kom­pass zu rich­ten. Etwas vom Bes­ten, das in die­ser Kürze und Präg­nanz ver­füg­bar ist: Der Ar­ti­kel von Chris­ti­ne Car­ter, den wir Euch hier gerne noch­mals vor­stel­len. 7 stra­te­gies to help you live with un­cer­tain­ty (Car­ter, C., 2020) 1. Don’t re­sist, ac­cept2. In­vest in your­self3. Find he­al­thy ways to com­fort your­self4. Don’t be­lie­ve eve­r­y­thing you think5. Pay at­ten­ti­on, be pre­sent6. Stop loo­king for so­meo­ne to res­cue you7. Find mea­ning in the chaosMit wärms­ter Le­se­emp­feh­lung gehts hier  zum Ar­ti­kel....

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Unser nächster Retreat:

Den inneren Kompass richten II23. – 25. Oktober 2024Hier anmelden